Stipendium - warum eigentlich nicht?


Es gibt in Deutschland weit über 2000 größere und kleinere Organisationen, die Stipendien für Schüler und Studenten vergeben – allerdings ist das nur den wenigsten bewusst. Man kennt im besten Falle BaFöG, das Stipendium der Deutschen Studienstiftung und vielleicht noch das Erasmus-Programm, dann ist meistens Schluss. Viele sind der Meinung, wenn ich keine Spitzenleistungen bringe (Einser-Abi), erhalte ich sowieso keine Unterstützung durch ein Stipendium – völliger Quatsch! Die meisten Stipendien orientieren sich weniger an einer messbaren Leistung oder an einem bestimmten Notenschnitt als vielmehr an sozialem oder gesellschaftspolitischem Engagement – z.B. in Form von ehrenamtlichen Tätigkeiten – und persönlichem Eindruck, der z.B. aufgrund eines Motivationsschreibens und Gesprächs gewonnen wird. Es lohnt sich also auf jeden Fall, nach einem passenden Stipendium zu suchen und sich die Studienzeit auf diese Weise vielleicht ein wenig einfacher zu gestalten – ohne lästige Nebenjobs zur Finanzierung.
Abgesehen davon wird man als Stipendiat Teil eines ideellen Netzwerkes: Es gibt z.B. Jahrestreffen der Stipendiaten, Tagungen mit Seminaren, Workshops, Vorträgen und Diskussionsrunden, wo man sich fächerunabhängig weiterbilden und vielfältige Kontakte knüpfen kann.

Grundsätzlich kann man drei Arten von Stipendien unterscheiden:

-    Die 13 staatlich geförderten Stiftungen, die allerdings meist eine bestimmte ideelle, religiöse oder politische Zielrichtung verfolgen. Man sollte sich also überlegen, welche dieser Stiftungen zu einem passt. Die bekanntesten sind:

o   Kirchliche Stiftungen wie z.B. das katholische Cusanuswerk oder das evangelische Studienwerk Villigst.

o   Politisch beeinflusste Stiftungen wie z.B. die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung oder die CSU-nahe Hans-Seidel-Stiftung.

o   Die weltanschaulich neutrale Studienstiftung des Deutschen Volkes, die allerdings besonderen Wert auf die Leistung in Schule und Studium legt.

-    Das Deutschlandstipendium, das von den deutschen Hochschulen vergeben wird. Es ist einkommensunabhängig und wird für mindestens ein Jahr gewährt.

-    Zahlreiche kleinere private Stiftungen, die oftmals regional gebunden sind oder ganz bestimmte Zielgruppen ansprechen. Hier muss man sich Zeit nehmen, um vielleicht das Passende zu finden.

Um sich in dieser Flut sehr heterogener Angebote zurechtzufinden, gibt es eine Reihe hervorragend gestalteter Internetseiten, auf denen man gezielt suchen kann. Im Folgenden werden einige dieser Seiten kurz beschrieben.




Auf der Seite www.stipendiumplus.de bekommt man Informationen zu den oben genannten 13 Stiftungen, auch Begabtenförderungswerke genannt. Man kann sich hier einen guten Überblick über die Intentionen dieser Stiftungen verschaffen. In einem „Schnell-Check“ findet man heraus, welches Werk am besten zu einem passt. Fragen, die z.B. Bewerbungsvoraussetzungen oder Art und Umfang der Förderung betreffen, werden hier beantwortet.



Die Seite www.stipendienlotse.de ist die interaktive Plattform des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Es handelt sich dabei um eine zentrale Datenbank für bundeweite und internationale Stipendien im privaten und öffentlichen Bereich, in der man unter personalisierbaren Kriterien nach einem passenden Stipendium suchen kann. So gibt es diverse Filter wie z.B. Art des Stipendiums, Studienfächer, Zielregionen oder Hochschulstandort, mit denen man die Suche verfeinern kann. 



Ebenfalls vom Bundesministerium für Bildung und Forschung stammt die Website des Deutschlandstipendiums (www.deutschlandstipendium.de). Dessen Fördermittel belaufen sich pauschal auf 300 Euro monatlich und werden für mindestens zwei Semester und längstens bis zum Ende der Regelstudienzeit gewährt. Die Hälfte des Geldes stammt vom Bund, die andere Hälfte von privaten Stiftern. Gefördert werden Studierende, deren Werdegang hervorragende Leistungen in Studium und Beruf erwarten lässt. Der Leistungsbegriff ist bewusst weit gefasst: „Gute Noten und Studienleistungen gehören ebenso dazu wie die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen oder das erfolgreiche Meistern von Hindernissen im eigenen Lebens- und Bildungsweg.“ 



Das Internetportal www.mystipendium.de bietet ebenfalls eine große Datenbank mit über 2000 Fördereinträgen, auf die man zurückgreifen kann. Die Suche lässt sich nach Studienfach, angestrebtem Abschluss und Hochschule personalisieren. Auch Auslandsstipendien sind dabei. Neben vielen allgemeinen Informationen rund ums Studium erhält man Tipps zu einer erfolgreichen Stipendien-Bewerbung (Gestaltung des Motivationsschreibens oder des Lebenslaufs) und einem geschickt geführten Bewerbungsgespräch. 



Eine ebenfalls interessante, allerdings sehr nüchtern gestaltete Seite stellt das Internetportal des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst dar, wo diverse Förderungsmöglichkeiten speziell auch in Bayern – vorgestellt werden, z.B. das Forster-Stipendium, BAföG/BayAföG, Begabtenförderung, KfW-Studienkreditprogramm, Oskar-Forster-Stipendium u.v.m. 

Infoportal zur Berufs- und Studienorientierung am Albert-Schweitzer-Gymnasium Erlangen

- Berufsberatung der Agentur für Arbeit: persönliche Beratung mehrmals im Schuljahr, Vorträge, Workshops

- Berufsinformationstage und -messen: Vocatium, EBIT, FüBIT, JuBi, Stuzubi, Studien- und Berufsbasar am Melanchthon-Gymnasium Nürnberg, ...

- Möglichkeit der Teilnahme am Girls' Day / Boys' Day

- Werkstattstatttage der 9. Klassen im BFZ

- Mehrtägiges Praktikum der Q11: in den Oster-, Pfingst- oder Sommerferien

- Vielfältige Berufsorientierung im Rahmen der P-Seminare (Studieninformationstage der FAU Erlangen, Geva-Berufswahltest, Vocatium, IHK-Scouts u.v.m.)

- Eigene Info-Website des Koordinators für berufliche Orientierung (KBO) mit ständig aktualisierten Informationen zu Uni-Infotagen, Studien- und Berufsmessen, Auslandsaufenthalten, dualen Studiengängen, lokalen Job-Angeboten z.B. im Bereich FSJ, FÖJ und BFD


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